Vereinsheim renovieren mit Freiwilligen: so gelingt der Umbau
- Rubrik
- Vereinsleben
- Veröffentlicht am
- 04. Juni 2026
- Lesezeit
- 5 Min.
Das Vereinsheim war fünfzig Jahre alt, die Heizung fünfundzwanzig, die Theke unverwüstlich. Als der Umbau nicht mehr aufschiebbar war, entschied die Mitgliederversammlung: kein Kredit, sondern Eigenleistung.
Renovieren nach Spielplan
Der Bauausschuss plante die Arbeiten wie eine Saison: jede Woche ein Abschnitt, jeder Abschnitt mit Verantwortlichem. Der Elektriker aus der Alten Herren übernahm die Leitungen, die Malerarbeiten liefen an zwei Wochenenden mit zwanzig Helfern.
- Materialspenden von Firmen aus dem Ort
- Arbeitseinsätze samstags von neun bis fünfzehn Uhr
- Eine Suppenküche der Frauenmannschaft für die Helfer
Was das Heim dem Verein bedeutet
Ein Vereinsheim ist Sitzungssaal, Festhalle und Trostraum in einem. Hier werden Aufstiege gefeiert, Absteiger getröstet und Jubilare geehrt. Deshalb strich die Jugend die Wandfarbe selbst aus, in den Vereinsfarben, versteht sich.
Wir haben keine Handwerkerrechnung bezahlt, aber dreihundert Bratwürste gegrillt. Das war der Deal.
Die Wiedereröffnung fiel auf den ersten Spieltag der Rückrunde. Der älteste Stammgast durfte das Band durchschneiden, mit der Küchenschere, wie es sich gehört. Seitdem riecht das Heim nach frischer Farbe und, wie immer, nach Kaffee.
Was andere Vereine daraus lernen können
Drei Dinge haben den Umbau getragen, sagt der Bauausschuss rückblickend. Erstens die ehrliche Bestandsaufnahme am Anfang: Was können wir selbst, wofür brauchen wir Fachleute, etwa bei Elektrik und Wasser. Zweitens der Wochenplan am Schwarzen Brett, der jede Aufgabe sichtbar machte und niemanden überforderte. Drittens die Verpflegung, denn wer samstags acht Stunden Wände verspachtelt, bleibt nur bei guter Suppe und besserer Stimmung. Die Gesamtkosten lagen am Ende bei einem Drittel des ersten Angebots einer Baufirma, und der Stolz der Helfer ist unbezahlbar.