Pommesbude am Sportplatz: warum sie den Verein finanziell trägt

Rubrik
Stadionküche
Veröffentlicht am
18. Juni 2026
Lesezeit
4 Min.
Pommesbude am Sportplatz: warum sie den Verein finanziell trägt

Der Geruch von Fritteusenfett und der Klang klappernder Becher: Die Bude am Sportplatz ist die wichtigste Einnahmequelle der Jugendabteilung, und das seit Jahrzehnten.

Die Rechnung ist einfach

Ein Heimspieltag bringt genug für einen Trikotsatz. Das Pfingstturnier finanziert den Rest der Saison, vom Schiedsrichtergeld bis zu den neuen Ecken.

  • Pommes, Bratwurst, Kaffee
  • Samstags eine Suppe für die Langbleiber
  • Preise, die jede Familie zahlen kann

Drei Freiwillige, eine Theke

Josefine führt die Kasse seit zwanzig Jahren, ihre beiden Nachbarn stehen an der Fritteuse. Keiner der drei verpasst ein Heimspiel, und wehe dem Vorstand, der die Öffnungszeiten ändern will.

Jeder verkaufte Kaffee ist ein Ball mehr für die Kleinen. So einfach ist unsere Buchhaltung.

Die Speisekarte bleibt

Es gab einmal den Vorschlag, Bowls anzubieten. Der Vorschlag lebt heute als Anekdote weiter, die an Weihnachtsfeiern erzählt wird. Die Karte bleibt, wie sie ist, und die Schlange vor der Bude gibt ihr recht, Woche für Woche.

Investiert wird mit Bedacht

Alle paar Jahre steht eine Anschaffung an, und dann rechnet Josefine mit spitzem Bleistift. Die neue Doppelfritteuse hat sich nach einer Saison bezahlt gemacht, weil die Wartezeit in der Halbzeit von zwölf auf fünf Minuten fiel und niemand mehr aufgab, bevor er dran war. Die Kaffeemaschine dagegen bleibt die alte, denn sie funktioniert, und ihr Röcheln gehört zum Klangbild des Platzes wie der Anpfiff. Investiert wird in Durchsatz, nicht in Glanz. Diese Regel hat die Bude durch vier Jahrzehnte getragen. Und wenn im Sommer die Bude zwei Wochen schließt, weil Josefine an die Ostsee fährt, merkt der ganze Verein, was ihm sonst selbstverständlich vorkommt. Die erste Bratwurst nach der Pause schmeckt dann jedes Jahr ein bisschen nach Heimkehr.

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