Tifo-Choreografie in der Kreisliga: so entsteht das große Bild

Rubrik
Stadionkultur
Veröffentlicht am
24. Juni 2026
Lesezeit
4 Min.
Tifo-Choreografie in der Kreisliga: so entsteht das große Bild

Eine Tifo-Choreografie von dreißig Metern beginnt in einer Garage, zwischen zwei Farbeimern und einer Plane aus dem Landhandel. Drei Wochen Arbeit für dreißig Sekunden Entfaltung, und trotzdem sagt hier niemand, das lohne sich nicht.

Die Plane kommt vor dem Glanz

Das Motiv wird an die Wand projiziert, mit Filzstift übertragen und in nummerierten Feldern ausgemalt. Jede Helferin und jeder Helfer nimmt einen Abschnitt mit nach Hause, dazu eine Faltanleitung, die strenger ist als jede Aufstellung.

Das Entfalten ist eine Übungssache

Am Spieltag kennt jede Reihe ihren Handgriff. Eine falsch gefaltete Plane, und die ganze Gerade zeigt ein leeres Rechteck. Deshalb wird am Vorabend geprobt, auf dem Parkplatz hinter dem Vereinsheim, bei Autoscheinwerferlicht.

  • Ein Motiv, das man aus achtzig Metern erkennt
  • Farben, die zum Trikot passen
  • Ein Ersatzplan für Regen

Die Tribüne ist die einzige Bühne, auf der das Bühnenbild in zehn Sekunden steht, im Dunkeln.

Nach dem Spiel wird die Plane gefaltet und eingelagert, denn das nächste Jubiläum kommt bestimmt. Die Garage bleibt reserviert. Für die nächste Saison hat die Gruppe schon Größeres versprochen, und niemand im Verein zweifelt daran.

Das Material entscheidet mit

Die Gruppe kauft ihre Planen im Landhandel und die Farbe im Restpostenmarkt, denn ein Tifo muss bezahlbar bleiben. Wichtig ist der Untergrund: Baumwollplanen nehmen Farbe besser an, Kunststoffplanen überstehen Regen. Für Schriftzüge gilt die Faustregel, dass ein Buchstabe mindestens einen Meter hoch sein muss, damit ihn die Gegengerade lesen kann. Und wer zum ersten Mal ein Bild plant, beginnt mit einem einfachen Motiv in zwei Farben. Der Stolz beim Entfalten ist derselbe, das Risiko deutlich kleiner.

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